Whisky wird rund um die Welt in vielen verschiedenen Variationen getrunken. Jedem Whiskyliebhaber bleibt es aber selbst überlassen, wie er das „Wasser des Lebens“ genießt. Es gibt dabei weder feste Regeln noch ein Richtig oder Falsch. Jeder soll Whisky so genießen, wie er oder sie es gerne haben. Im Mittelpunkt stehen dabei die persönlichen Vorlieben. 

Die Anzahl der Whiskygenießer steigt weltweit stetig. Mit der globalen Vielfalt an Whiskytrinkern steigen natürlich auch die unterschiedlichen Arten Whisky zu genießen. Wichtig ist dabei schließlich die eigenen Vorlieben zu beachten.

In Schottland tendiert man traditionell eher dazu den Whisky pur, oder manchmal mit wenig Wasser aus der Region verdünnt, zu genießen. Betreten Sie eine Bar in Tokyo und Sie werden die Landsleute Whisky mit viel Wasser („mizawari“) verdünnt trinken sehen. Bestellen Sie in den USA Whiskey, so werden Sie häufig Bourbon auf Eis bekommen.

Whisky zu genießen kann weltweit eben sehr verschieden sein. Das Wichtigste ist jedoch, seinen eigenen Vorlieben zu folgen. Es gibt dabei keine richtige oder falsche Art und Weise Whisky zu trinken.

Es gibt jedoch eine Art des Whiskygenusses, die mehr geeignet ist, um einen möglichst authentischen Eindruck des gesamten Charakters und des Aromas eines Whiskys zu bekommen. Die Rede ist von purem Whisky!

Beim Genuss von Whisky gibt es immer wieder einige Glaubensfragen, die wir nun beleuchten wollen und mögliche Irrtümer ausräumen wollen:

„Neat“ oder „on the rocks“?

Es bleibt, wie schon erwähnt, jedem Whiskygenießer selbst überlassen, wie der Whisky gerne getrunken wird. Daher hängt es auch von den persönlichen Geschmacksempfindungen ab, ob man Whisky mit Eis verdünnen möchte.

Eis verhindert die Freisetzung von wichtigen aromatragenden Molekülen und lässt dadurch den Whisky milder erscheinen. Ist man in Sachen Whisky eher puristisch und möchte die volle Kraft der Aromen entdecken? Dann sollte man seinen Whisky am Besten pur genießen.

In einer guten Whiskybar sollte man zumindest gefragt werden, ob der Whisky „auf Eis“ oder „on the rocks“ serviert werden soll. Möchte man dies als Whiskypurist nicht, so antwortet man darauf am Besten mit „neat“. Damit gibt der Whiskykenner zu verstehen, dass er bereits mit dem wichtigsten Whiskyvokabular vertraut ist und seinen Whisky gerne pur und authentisch genießen möchte.

Wasser oder kein Wasser? 

Whisky wird mitunter oft in Fassstärke abgefüllt. Das bedeutet, dass der Whisky wird vor der Abfüllung in Flaschen nicht auf Trinkstärke zwischen 40% und 50% Vol. Alkohol herunter verdünnt. So enthält Whisky in Fassstärke (Cask Strenght) jedenfalls immer mehr als 50% Vol. Der Geschmack eines solchen Whiskys ist daher meist sehr intensiv und scharf

Diese alkoholische Schärfe ist sowohl bei unerfahrenen Gaumen als auch Whiskykennern gleichermaßen unbeliebt. So wird von Whiskyexperten empfohlen, bevor Whisky in Fassstärke probiert wird, diesen mit eine paar Tropfen klaren Wassers zu verdünnen. So erhält der Whisky im Glas eine angenehme Trinkstärke.

Unter Whiskyexperten ist es weit verbreitet nach dem ersten Probieren einige Tropfen klaren Wassers in den Whisky zu träufeln um so das Aroma zu öffnen. Diese Methode ist mittlerweile eine ganz eigene Philosophiefrage geworden.

Unser Tipp:

Machen Sie selbst die Erfahrung!
Können Sie nach der Zugabe von einigen Tropfen Wasser noch mehr Aromen ausmachen? Wirkt der Whisky runder und als Ganzes aromatischer? Lassen Sie sich doch einmal auf dieses Experiment ein. Sie werden über das Ergebnis verblüfft sein.

Whiskyprofis verwenden spezielle Pipetten um das Wasser tropfgenau zu dosieren. Wir hingegen tauchen einfach einen sauberen! Finger ins Wasser und lassen das Wasser über unserem Whiskyglas vom Finger tropfen. Das ist sehr einfach Methode, die selbst in einer Bar oder Restaurant gut zu bewältigen ist.

Ist älter auch gleichzeitig besser?

Über das Alter von Whiskys und dessen Auswirkung auf den Geschmack könnte man ganze Bücher füllen. Fakt ist jedoch, dass es für nahezu jeden Whisky je nach Herkunftsland gesetzliche Regelung zur Länge seiner Lagerung gibt. Beispielsweise muss Scotch Whisky mindestens drei Jahre in Eichenfässern lagern. (siehe Whisky aus Schottland)

Whisky nimmt während der Lagerung in den Holzfässern die Aroma- und Farbstoffe aus dem Holz an. Dabei spielen vor allem die Größe als auch die erste Füllung des Fasses eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Charakters eines Whiskys.

Die Länge der Lagerung wird auch als das Alter eines Whiskys bezeichnet. Die Länge des Kontakts zwischen Holz und Whisky beeinflussen daher den Charakter eines Whiskys erheblich. Geschmacksstoffe des Holzes werden in den Whisky abgegeben und Bitterstoffe durch die Holzfasern neutralisiert.

Fazit

Je länger Whisky im Fass lagerte, desto intensiver wird das Fassaroma mit all seinen Eigenschaften. Durch die Neutralisation von Bitterstoffen wird der Whisky auch oftmals harmonischer und milder.

Man darf jedoch nicht vergessen, dass das Verfahren bei der Herstellung und die Qualität der verwendeten Rohstoffe einen ebenso erheblichen Einfluss auf den Charakter eines Whiskys haben.

Ein gut hergestellter Whisky wird durch längere Lagerung sicherlich noch feiner und ausdrucksstärker. Andererseits kann ein schlechter Whisky durch lange Lagerung auch nur marginal besser gemacht werden.

Eine lange Lagerung ist daher nicht unbedingt ein Zeichen für einen qualitativ hochwertigen Whisky. Der Whisky in der Flasche ist letztlich ein Gesamtprodukt, das von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird.

Der optische Eindruck 

Nachdem wir nun einige Philosophiefragen rund um den Genuss von Whisky näher beleuchtet haben, ist es an der Zeit sich an die erste Verkostung eines edlen Tropfens zu machen.

Nach dem Einschenken ins Glas ist es daher sinnvoll, sich zuerst einen optischen Eindruck den Destillats zu machen. Nur durch die Betrachtung des Whiskys und sein Verhalten im Glas können bereits Rückschlüsse auf seinen Charakter gezogen werden.

Dazu hält man das Glas gegen das Licht und blickt auf dessen Inhalt. Nun kann man versuchen die Farbe zu beurteilen. Ist der Whisky von eher kräftiger Farbe oder eher blass? Erinnert die Farbe eher an Bernstein oder ist sie eher goldig?

Farbtöne Genuss Whisky

Damit nun von der Farbe auf den Charakter eines Whiskys geschlossen werden kann, sollte zuerst geklärt werden, was denn die Farbe eines Whiskys überhaupt beeinflusst.

Die Färbung eines Whiskys wird hauptsächlich durch das bei der Lagerung verwendete Fass beeinflusst. Beobachtungen nach färben Ex-Bourbon Fässer den Whisky eher in einem goldenen Farbton, wohingegen Sherry Fässer dem Whisky eher die Farbe von Bernstein geben.

Ganz verlässlich ist diese Beobachtung jedoch leider nicht, da vielen Whiskys ein spezieller geschmacks- und geruchsneutraler Farbstoff zur einheitlichen Farbgebung zwischen den unterschiedlichen Chargen beigegeben wird.

Kein Grund zur Panik! Der geliebte Whisky ist durch die Zugabe des Farbstoffes weder verunreinigt, noch qualitativ minderwertiger. Selbst die besten Whiskyexperten der Welt, konnten in Blindverkostungen den Zusatz von Zuckerkulör nicht herausschmecken oder -riechen.

Danach schwenkt man das Glas und beobachtet wie der Whisky an der Innenseite des Glases herunterläuft und Schlieren in Richtung Glasboden zieht.

Sind die Schlieren dick und laufen sie langsam am Glas herunter, so deutet dies auf einen einen gehaltvolleren Whisky mit längerer Lagerzeit im Fass hin. Kleinere und dünne Schlieren, die geradezu am Glas hinunter laufen, deuten auf einen leichteren und jüngeren Whisky hin.

Durch die ersten Begutachtungen können nun erste Rückschlüsse auf den Charakter eines Whiskys gezogen werden ohne ihn noch probiert zu haben. Erste Hinweise deuten nun auf das zu erwartende Mundgefühl hin.

Im nächsten Schritt führt man das Glas zur Nase und erlebt zum ersten Mal die aromatische Vielfalt des Whiskys.

Um mehr über die aromatische Vielfalt eines Whiskys zu erfahren, lesen Sie bitte hier weiter: Aromatische Vielfalt