Schottland regiert als das Land für Whisky unangefochten auf Platz Eins. Scotch Whisky wird hier seit mehreren Jahrhunderten mit größter Hingabe, Sorgfalt und Traditionsbewusstsein hergestellt.

Scotch ist eines der erfolgreichsten Getränke der Welt. Seine globale Berühmtheit hat der Whisky nicht nur seiner traditionsreichen Herstellung zu verdanken, sondern auch der Liebe und Begeisterung, die ihm von seinen Landsleuten entgegengebracht wird.

Schottland hat mit Abstand die höchste Dichte an Whiskybrennereien im Verhältnis zur Größe des Landes auf der ganzen Welt. In rund 111 Brennereien (Stand: 2018) stellen Hersteller auf der westeuropäischen Insel ihren Whisky her.

Aqua Vitae – Das Wasser des Lebens

Es ist nicht restlos geklärt, wann Whisky zum ersten Mal hergestellt wurde. Sicher ist, dass die Kelten bereits das Verfahren der Destillation kannten. Von ihnen stammt auch der Name für ihre produzierte Flüssigkeit „uisge beatha“ – das Wasser des Lebens.

Für mehr Details rund um die bewegende Geschichte des Scotch Whisky lesen Sie bitte hier weiter: Die Geschichte des Whiskys

Die Kategorien von Scotch Whisky 

Der Einstieg in die Welt des Whiskys mag am Anfang ein wenig überfordernd sein. Es mag daher sinnvoll erscheinen, zuerst die verschiedenen Kategorien von Scotch Whisky kennenzulernen.

Durch die Scotch Whisky Verordnung von 2009 wurden 5 verschiedene Kategorien festgelegt:

Single Malt Scotch Whisky

Single Malt Whisky wird aus gemälzter Gerste und Wasser hergestellt. Er ist das Produkt einer einzigen schottischen Whiskybrennerei und darf nicht mit anderen Getreidesorten gemischt werden. Seit der Scotch Whisky Verordnung von 2012 darf Single Malt Scotch Whisky nur mehr in Schottland abgefüllt werden. Erst wenn diese Kriterien erfüllt sind, darf ein Whisky ein Single Malt genannt werden.

Single Grain Scotch Whisky

Single Grain Whisky wird ebenfalls nur einer schottischen Whiskybrennerei hergestellt. Jedoch können bei seiner Produktion auch andere Getreidesorten verarbeitet und beigemischt werden. Single Grain Scotch dient quasi als Auffangbezeichnung für alle Whiskys, die nicht der Definition des Single Malts entsprechen.

Blended Scotch Whisky

Blended Whiskys sind Zusammenführungen von verschiedenen Whiskys. Ein Blended Scotch Whisky wird aus schottischen Single Malts und schottischen Single Grains gemischt. Neben dem Single Malt Whisky ist Blended Scotch die meistverkaufteste Kategorie von Whisky.

Blended Malt Scotch Whisky

Ein Blended Malt Scotch ist eine Zusammenführung aus verschiedenen Single Malts mehrerer schottischer Brennereien.

Blended Grain Scotch Whisky

Ein Blended Grain Scotch ist ein Blend aus unterschiedlichen Single Grain Whiskys verschiedener schottischer Whiskybrennereien.

Für mehr Informationen zu den unterschiedlichen Whisky Sorten lesen Sie bitte hier weiter: Die verschiedenen Whisky Sorten

Die verschiedenen Regionen Schottlands

Lowlands

In den Lowlands ist der Name Programm. Sie sind nicht nur der südlichste Teil Schottland, sondern auch durch ihre flache Topographie geprägt. Hier konnte zu Zeiten der Schwarzbrennerei kaum Whisky versteckt oder hergestellt werden. Das mag auch der Grund sein warum hier heute nur vergleichsweise wenige Whiskybrennereien ansässig sind. And der nördlichen Grenze zu den Highlands liegt die Küstenstadt Edinburgh, das kulturelle Zentrum Schottlands.

Lowland Whiskys unterscheiden sich in der Herstellung zu den übrigen Scotch Whiskys durch ihre dreifache Destillation. Der Whisky wird durch den vermehrten Kontakt mit den Brennblasen aus Kupfer wesentlich leichter und milder, da dem Destillat dadurch mehr Bitterstoffe und Verunreinigungen entzogen werden.

Durch ihre zarte und fruchtige Note erinnert er ein bisschen an einen irischen Whisky, was sich möglicherweise aus der geografischen Nähe ergeben mag.

Für mehr Informationen zu den Whiskybrennereien der Lowlands, klicken Sie bitte hier:
Die Whiskybrennereien in den Lowlands

Highlands

Denk man an Schottland, so kommen einem unweigerlich die schottischen Highlands in den Sinn. Sie erstrecken sich vom nord-östlichen Glasgow bis zu den nördlichen Inseln Schottlands. Das Landschaftsbild ist geprägt von, fast schon unnatürlich wirkenden, grünen Hängen, die sich um karge, schroffe Felsen schlingen. Auf den Weiden grasende schottische Hochlandrinder fügen sich stimmig in das typische Landschaftsbild ein. Hier stellen heute eine Vielzahl an Whiskybrennereien ihren typischen Highland Whisky her.

Highland Whiskys sind charakterlich robuster, würziger und komplexer. Dieser einzigartige Charakter geht auf eine lange Tradition zurück. In den Highlands war Gerste früher ein rares Gut. Die Whiskyproduzenten konzentrierten sich also auf die Herstellung von kleineren Produktionsmengen.

Kleinere Brennblasen ermöglichten es schwereren und würzigeren Alkohol zu destillieren. In dieser Tradition wird heute noch der berühmte Whisky hergestellt. Dementsprechend unterscheiden sich Highland Whiskys besonders durch ihren würzigen und gehaltvollen Charakter.

Innerhalb der Highlands findet man ebenso regionale Unterschiede. In den nördlichen Highlands findet man oft schwere und komplexe Whiskys mit starken Malznoten. Whiskys der südlicheren Highlands, in Richtung der Lowlands, tendieren dazu etwas milder und fruchtiger zu sein. Hingegen die westlichen Highlands tendieren charakterlich in Richtung der Insel Islay. Sie sind meist torfig und rauchig.

Für mehr Informationen zu den Whiskybrennereien der Highlands klicken Sie bitte hier:
Die Whiskybrennereien in den Highlands

Speyside

Die Speyside hat sich als eigene Whiskyregion innerhalb der Highlands herauskristallisiert. Ihr Kern befindet sich rund um Schottlands längsten Fluss Spey. Sie erstreckt sich in ihren Ausläufern jedoch weit an der nördlichen Nordseeküste entlang. Im Unterschied zu Highlands und Lowlands hat sie auch keine festgelegten Grenzen.

Die Speyside ist jedoch als eigene Whiskyregion weltweit anerkannt. Es mag durchaus Grenzfälle geben, ob man eine Brennerei der Speyside oder den Highlands zuordnet.  Landschaftlich ist die Speyside von stark hügeligen Pinienwäldern und dem kristallklaren Wasser des Flusses Spey geprägt. Das mag auch der Grund dafür sein, dass sich hier so viele Whiskybrennereien niederließen.

Speyside Whiskys sind charakterlich eher fruchtig und blumig. Jedoch gibt es auch einige denen eine junge Leichtigkeit nachgesagt wird. Über die Jahrzehnte hinweg entwickelte sich Speyside Whisky von einem kräftigen Charakter mit deutlichen Torfnoten zu einem leichteren und süßlicheren Whisky.

Für mehr Informationen zu den Whiskybrennereien der Speyside klicken Sie bitte hier:
Die Whiskybrennereien der Speyside

Islay

Die südlichste der Hebriden Inseln hat in der Whiskywelt eine ganz besondere Bedeutung. Die Insel ist mit ihren knappen 600 km² Fläche wird nicht nur unter Whiskyexperten als eigene Whiskyregion bezeichnet. Die meisten Bewohner der Insel verdienen ihren Lebensunterhalt in den dort ansässigen Whiskybrennereien.

Im Vergleich zu anderen Regionen Schottlands hat Islay eine sehr hohe Dichte an Whiskyproduzenten angelockt. Der Grund dafür mag darin gesehen werden, dass beinahe die gesamte Insel aus Torf besteht. Torf wird bei der Whiskyherstellung zur Trocknung der gemälzten Gerste verwendet und verleiht dem Whisky eine besonders aromatische Rauchnote.

Islay Whiskys sind in ihrem Charakter rauchig und von Torf geprägt. Ebenfalls spiegelt sich die Nähe zum Meer in einer gewissen salzigen Note wieder. Die Whiskys der Insel Islay werden für ihren gehaltvollen Geschmack und ihren komplexen Rauchcharakter von Whiskygaumen auf der ganzen Welt geschätzt.

Für mehr Informationen zu den Whiskybrennereien der Insel Islay klicken Sie bitte hier: Die Whiskybrennereien der Insel Islay

Campbeltown

Das kleine Städtchen Campeltown verdankt seinen verbleibenden Status als eigene Whiskyregion einer alten Tradition. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war Campeltown eine florierende und eigenständige Whiskyregionen. Zu Spitzenzeiten produzierten hier an die 30 Whiskybrennereien.

Dank des nahegelegenen Hafens konnte man den Whisky rasch in die USA exportieren. Mit dem Einsetzen der Prohibition versiegte die Haupteinnahmequelle der Brennereien von Campeltown und viele mussten ihre Werke schließen. Heute gibt es nur noch sehr wenige Whiskyproduzenten in der kleinen Hafenstadt. Dennoch hält sich Campbeltown in der Fachwelt nach wie vor als eigene Whiskyregion.

Campbeltown Whisky sind von ihrem Charakter als ölig und reichhaltig zu bezeichnen. Durch die Meeresluft, die durch die Whiskyfässer eindringt, erhält der Whisky eine gewisse salzige Note. Da es rund um Campbeltown kaum Bäume und damit kaum Feuerholz gab, musste man sich zur Trocknung der gemälzten Gerste mit Torf aushelfen. So erhalten Campbeltown Whiskys ihren rauchigen Charakter.

Für mehr Informationen zu den Whiskybrennereien von Campbeltown klicken Sie bitte hier:
Die Whiskybrennereien von Campbeltown